TÜV-R Logo TÜV web2

KLASSIK – KOMPETENZ

für Oldtimer-Liebhaber

Zulassungsarten für historische Fahrzeuge

Wer einen Oldtimer besitzt, macht sich Gedanken über die Zulassung. Es gibt sieben Zulassungsarten. Der VdTÜV erklärt, wann welche sinnvoll ist.
Oldtimer-Zulassung
© VdTÜV

Normales Kennzeichen
Das historische Fahrzeug kann mit gültiger Hauptuntersuchung mit dem normalen Kennzeichen zugelassen und uneingeschränkt genutzt werden. Für die Einfahrt in Umweltzonen muss durch die Feinstaubplakette nachgewiesen werden, dass der Schadstoffausstoß die gültigen Grenzen nicht überschreitet. Bis zu einem Hubraum des Motors von ca 1200 cm³ bringt das normale Kennzeichen für historische Fahrzeuge keinen Nachteil.

Über diese Hubraumgröße hinaus, ist es sinnvoll im Vorfeld einer anderen Zulassungs- und Kennzeichenart alle finanziellen Aspekte genau zu prüfen. So können z. B. verschiedene Fahrzeuge in einer rabattierten Kaskoversicherung mit normalen Kennzeichen günstiger sein, als mit einer Oldtimerzulassung (H-Kennzeichen).

H-Kennzeichen
Das H-Kennzeichen gilt für den allgemeinen Gebrauch historisch wertvoller Fahrzeuge, die besondere Vorzüge, wie günstigere steuerliche und versicherungstechnische Einstufungen, mit sich bringt. Das Fahrzeug darf nur leichte, angemessene Gebrauchsspuren haben und muss mindestens dreißig Jahre alt sein. Dies muss durch ein Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfingenieurs nachgewiesen werden. Das Fahrzeug muss regelmäßig (analog zu den Fahrzeugen mit normalem Kennzeichen) zur Hauptuntersuchung vorgeführt werden. Hat man ein H-Kennzeichen erhalten, unterliegt man keinen Einschränkungen. Mit einem H-Kennzeichen kann man übrigens auch Umweltzonen befahren, auch Fahrten ins Ausland sind selbstverständlich möglich.

07-er Kennzeichen
Es handelt sich um ein Wechselkennzeichen in rot, zur Verwendung an ggf. mehreren Fahrzeugen. Zu beachten ist, dass ein solches Kennzeichen erheblichen Einschränkungen unterliegt. Man darf lediglich an Oldtimer-Veranstaltungen teilnehmen bzw. zu diesen oder von diesen ohne Umwege zurückfahren sowie Probe- und Überführungsfahrten und Fahrten zum Zwecke der Wartung und Reparatur (so genannte Werkstattfahrten) durchführen. Bei dieser Zulassungsart wird derselbe pauschale Kfz-Steuersatz verlangt wie beim H-Kennzeichen.

Bei Verwendung eines solchen Kennzeichens an historischen Fahrzeugen ist durch ein Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfingenieurs einmalig nachgewiesen worden, dass

  • es vor mindestens 30 Jahren erstmals in den Verkehr gekommen ist,
  • es weitestgehend dem Originalzustand entspricht,
  • es der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts dient.


Vor dem 1. März 2007 war die Erteilung eines solchen Kennzeichens noch Ermessenssache der Kfz-Zulassungsstelle. Sie befand darüber, welche Fahrzeuge des Kennzeichens würdig waren und ob hierdurch die Darstellung des kraftfahrttechnischen Kulturguts ausreichend erfüllt wurde. Ab diesem Zeitpunkt findet ebenfalls die Richtlinie für die Begutachtung von Oldtimern Anwendung.

Mit einem 07-er Kennzeichen am Fahrzeug sind auch Fahrten ins Ausland möglich. Vorher sollte man sich jedoch erkundigen, ob dieses im jeweiligen Land auch tatsächlich anerkannt wird und die Fahrt von der Versicherung abgedeckt ist.

Wechselkennzeichen
Dieses Kennzeichen dient für den allgemeinen Gebrauch zweier Fahrzeuge mit einem Kennzeichen. Voraussetzung, wie für Fahrzeuge mit normalem Kennzeichen, ist jedoch, dass muss für Fahrten und das Abstellen im öffentlichen Raum das komplette Kennzeichen am Fahrzeug angebracht ist. Eine Kombination mit H-Kennzeichen ist möglich. Leider gibt es bisher keine Möglichkeit für Halter von Fahrzeugen mit Wechselkennzeichen an den Steuern zu sparen und dadurch die Kosten für zwei Fahrzeuge zu senken. Je nach Versicherer gibt es kleine Rabatte, wenn neben der Haftpflicht auch die Teil- und oder Vollkasko-Versicherung für beide Fahrzeuge gewählt wird.

Saisonkennzeichen
Das Saisonkennzeichen gilt für ein zeitlich auf mindestens zwei Monate oder max. 11 Monate jährlich zugelassenes Fahrzeug, was ansonsten den Bedingungen für ein normales Kennzeichen unterliegt.

H-Kennzeichen mit saisonalem Zusatz
Dieses Kennzeichen gilt für ein zeitlich auf mindestens einen Monat oder max. 11 Monate jährlich zugelassenes Fahrzeug, ansonsten gelten die Bedingungen für ein H-Kennzeichen.

Kurzzeitkennzeichen
Für den einmaligen (max. fünf Tage andauernden) Gebrauch mit eingeschränktem Nutzen, kann ein Kurzzeitkennzeichen genutzt werden. Das Fahrzeug muss für die Nutzung eine gültige Hauptuntersuchung nachgewiesen haben. Es darf nur für Probe- und Überführungsfahrten genutzt werden und ist für historische und normale Kfz gleichermaßen nutzbar.

  • Gibt es (zeitliche) Kausalitäten zwischen den Vorgängen, wie lange darf bspw. die letzte HU bei dem jeweiligen Kennzeichen höchstens zurückliegen oder wie aktuell muss das Gutachten sein bzw. braucht es eins für alle Zulassungsarten?

Bei der Begutachtung nach §23 StVZO eines Oldtimers ist eine Untersuchung im Umfang einer Hauptuntersuchung und ggf. einer Abgasuntersuchung mit durchzuführen. Die neue HU-Plakette wird bei Umschreibung zum Oldtimer mit dem Untersuchungsdatum fristgerecht erteilt. Bei der Beantragung eines roten Oldtimerkennzeichens muss das gleiche Gutachten vorgelegt werden, jedoch unterliegt das Fahrzeug danach keinen HU-Fristen mehr.

  • Welche Gebühren/Kosten fallen für die unterschiedlichen Zulassungsarten an?

Die Gebühren der KFZ-Behörden sind bundeseinheitlich geregelt. Die Höhe der Kosten sind in der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GeBOSt) ausgewiesen.

Ansprechpartner

Referent für Fahrzeuggenehmigung, Sichere Personenbeförderung, TÜV Bus- und Nutzfahrzeugreport, Dienstleistungsinnovationen, Elektromobilität, Abgas-Ringvergleich, Automatisiertes Fahren
T +49 30 760095-370