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KLASSIK – KOMPETENZ

für Oldtimer-Liebhaber

Import

Wer einen Oldtimer im Ausland erwirbt und nach Deutschland einführen möchte, muss sich je nach Typ, Modell, Baujahr und Herkunftsland auf einen umfangreichen Import- bzw. Zulassungsvorgang einstellen.

©VdTÜV

Was ist beim Erwerb eines Oldtimers aus dem Ausland zu beachten?

Grundsätzlich gilt: Vor dem Kauf prüfen, dass die Angaben in den Papieren dem Fahrzeugmodell (Fahrgestellnummer mit Motornummer abgleichen) entsprechen und der Verkäufer der Eigentümer des Fahrzeuges ist.

Der TÜV empfiehlt, das Fahrzeug und die Angaben persönlich zu prüfen sowie beim Kauf anwesend zu sein. Falls keine Originalfahrzeugpapiere vorliegen, sollte ein Gutachten zur Identifizierung – vor Kaufvertragsabschluss und Anzahlung - beantragt werden.

Bevor der Oldtimer auf deutschen Straßen fahren darf, muss überprüft werden, ob das Fahrzeug die in Deutschland geltenden straßenverkehrsrechtlichen Bestimmungen erfüllen kann. Ist dies nicht der Fall, kann die Zulassung in Deutschland nur durch Umbauten erfolgen. Die notwendigen Umrüstmaßnahmen sollten vorab mit einem Experten einer TÜV-Prüfstelle besprochen werden.

Import aus EU-Ländern

Die Einfuhr von Oldtimern innerhalb des europäischen Binnenmarktes ist zollfrei und von der Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) befreit. Es darf also grundsätzlich jedes in der EU hergestellte oder zugelassene Fahrzeug - unabhängig von Zustand und Alter - nach Deutschland eingeführt werden. Die Fahrzeuge müssen weder fahrtüchtig noch verkehrssicher sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese in Deutschland auch als Oldtimer anerkannt bzw. zugelassen werden.

Import aus EFTA-Ländern

Zwischen den EU-Mitgliedstaaten und den EFTA-Ländern (z. Bsp. Schweiz) tritt die Zollbefreiung nur in Kraft, wenn das Fahrzeug in der EG produziert wurde und die Warenverkehrsbescheinigung „EUR.1“ vorliegt. Damit reduziert sich dann auch die EUSt auf 16% bzw. 7% für Sammlerstücke. Bei der Überführung ohne „EUR.1“ kommen noch 10% Zoll dazu. Mit der Einfuhrerlaubnis stellt der Zoll eine Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, welche für die Zulassung in Deutschland benötigt wird.

Import aus Drittländern

Die Zollanmeldung muss beim ersten Zollamt der EU, in dem das Fahrzeug auf dem Land-, Wasser- oder Luftweg ankommt, vorgenommen werden: Beispielsweise beim belgischen Zoll, wenn das Fahrzeug aus den USA nach Antwerpen verschifft wurde. Für einen Pkw fallen 10% Zoll (EU-weit einheitlich) und 19% EUSt (bzw. die aktuell gültige deutsche USt) bzw. 7% für Sammlerstücke an. Grob überschlagen betragen die gesamten Einfuhrabgaben (Zoll plus EUSt) immer gut 1/3 des Nettopreises.

Sammlerstücke

Eine verminderte Einfuhrabgabe von insgesamt nur 7% kann für sogenannte Sammlerstücke veranschlagt werden. Dabei handelt es sich laut Durchführungsverordnung (EU) 2016/1821 um Fahrzeuge, die sowohl die Kriterien eines Oldtimers erfüllen, als auch nachweislich bei einem geschichtlichen Ereignis im Einsatz waren oder als Rennkraftfahrzeuge bei angesehenen nationalen und internationalen Ereignissen bedeutende sportliche Erfolge errungen haben.

Welche Dokumente werden für die Zulassung in Deutschland benötigt?

Beim Erwerb des Oldtimers sollten alle dem deutschen Kfz-Brief entsprechenden Fahrzeugpapiere eingefordert und ein Kaufvertrag mit dem Eigentumsnachweis des Verkäufers abgeschlossen werden. Die Informationen für das Datenblatt, welches für die Zulassung in Deutschland benötigt wird, sollten im Vorfeld eingeholt werden. Ein Datenblatt ist nur erforderlich, wenn der Fahrzeugbrief nicht vorhanden ist oder die Zulassungsstelle des Wohnorts oder die des Fahrzeugstandortes die Daten nicht selbst vorliegen hat oder ermitteln kann. Bestenfalls führt der Käufer vor dem Erwerb ein Gespräch mit einer TÜV-Prüfstelle und gleicht alle benötigten Angaben für die entsprechenden Gutachten ab.

Kosten für den Import

1. Verzollung für die Einfuhr in den EU-Binnenmarkt:

10% für Personenkraftwagen

8% für Motorräder mit einem Hubraum von mehr als 250 ccm

6% für Motorräder mit einem Hubraum bis 250 ccm

2. Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
19% (bzw. die aktuell gültige deutsche USt) bzw. 16% oder 7%
3.

Transportkosten (Spedition o.ä.)

Dokumente für die Zulassung in Deutschland

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Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung (für nicht EU-Fahrzeuge)

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Kaufvertrag und –rechnung

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Fahrzeugbrief (falls vorhanden)

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Vollgutachten für die Einzelabnahme nach §21/23/29 der StVZO

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Datenblatt (wenn der Fahrzeugbrief nicht vorhanden ist)

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Abgasgutachten (siehe Datenblatt)

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Versicherungsbestätigung

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Pass- oder Personalausweis

Fragen zum Oldtimer-Import beantworten Ihnen gern die TÜV-Experten in Ihrer Region.

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Ansprechpartner

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